Präsidium des Bayerischen Landkreistags

08. Juli 2026: Zukunft des Arbeitsmarkts und notwendige Staatsreformen im Fokus
Präsidium des Bayerischen Landkreistags

Wie bleibt Bayern wirtschaftlich stark? Wie gelingt die Fachkräftesicherung? Und wie kann die staatliche Verwaltung leistungsfähiger, bürgernäher und effizienter werden? Mit diesen zentralen Zukunftsfragen befasste sich das Präsidium des Bayerischen Landkreistags bei seiner Sitzung im Haus der Bayerischen Landkreise in München.

Austausch zur Lage des bayerischen Arbeitsmarkts

Im Mittelpunkt der Sitzung stand zunächst der Austausch mit Dr. Markus Schmitz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit. Gemeinsam mit den Landrätinnen und Landräten analysierte er die aktuelle Entwicklung des bayerischen Arbeitsmarkts und zeigte die Herausforderungen der kommenden Jahre auf.

Bayern verfüge weiterhin über den erfolgreichsten Arbeitsmarkt Deutschlands, gleichzeitig nehme der Veränderungsdruck jedoch spürbar zu. Die Einstellungsbereitschaft vieler Unternehmen sei rückläufig, während insbesondere die Transformation der Automobil- und Zulieferindustrie neue Anforderungen an viele Beschäftigte und Betriebe stelle. Hinzu komme ein anhaltender Mangel an qualifizierten Fachkräften.

Fachkräftesicherung bleibt zentrale Zukunftsaufgabe

Einigkeit bestand darin, dass Weiterbildung und Qualifizierung künftig eine noch größere Rolle spielen müssen. Gleichzeitig gelte es, alle inländischen Potenziale – etwa durch die stärkere Aktivierung von Frauen, älteren Beschäftigten und Quereinsteigern – besser auszuschöpfen. Darüber hinaus wurde deutlich, dass Bayern auch auf eine gezielte und systematische Erwerbsmigration qualifizierter Fachkräfte angewiesen sein wird, um den Wirtschaftsstandort langfristig zu sichern.

Die Diskussion machte zudem deutlich, dass Digitalkompetenzen und lebenslanges Lernen angesichts des technologischen Wandels – insbesondere durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz –unverzichtbar werden.

Staatsreform: Landratsämter stärken und Bürokratie abbauen

Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung war die Kommission „Staatsreform“ der Bayerischen Staatsregierung. Das Präsidium verständigte sich auf die Schwerpunkte, die der Bayerische Landkreistag in die weiteren Beratungen einbringen wird.

Im Mittelpunkt standen die Stärkung der Landratsämter als leistungsfähige Bündelungsbehörden, der Abbau von Doppelzuständigkeiten sowie klarere Verantwortlichkeiten zwischen staatlichen Ebenen. Ebenso sprach sich das Präsidium für schnellere Entscheidungswege, eine konsequente Aufgabenkritik und eine stärkere Orientierung an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger aus.

Diskutiert wurden außerdem Möglichkeiten, Parallelstrukturen abzubauen, die Zusammenarbeit zwischen Behörden zu verbessern und Reformen künftig stärker an den praktischen Erfahrungen der Landratsämter auszurichten.

Thomas Karmasin: "Mut zu echten Reformen"

Thomas Karmasin, Präsident des Bayerischen Landkreistags, betonte:
"Unsere Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht einen Staat, der funktioniert, entscheidet und Lösungen ermöglicht. Dafür braucht es den Mut zu echten Reformen – nicht nur kleine Korrekturen. Starke Landkreise, eine moderne Verwaltung und eine nachhaltige Fachkräftestrategie sind entscheidende Bausteine dafür, dass Bayern auch in Zukunft erfolgreich bleibt."

Gemeinsam Verantwortung für Bayerns Zukunft übernehmen

Die Sitzung machte deutlich: Die großen Zukunftsaufgaben können nur gemeinsam bewältigt werden. Ein leistungsfähiger Arbeitsmarkt, eine verlässliche Fachkräftestrategie und eine moderne, handlungsfähige Verwaltung sind wesentliche Voraussetzungen dafür, dass Bayern auch künftig erfolgreich, wettbewerbsfähig und lebenswert bleibt. Mit seinen Positionen wird sich der Bayerische Landkreistag weiterhin aktiv in die anstehenden Reformprozesse auf Landes- und Bundesebene einbringen.