Gesundheit vor Ort in Gefahr

01. April 2026: Bayerische Landkreise warnen vor Sparplänen des Bundes
Gesundheit vor Ort in Gefahr

Bayerns Landkreise warnen eindringlich: Die Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit bedrohen die Versorgung in unseren Krankenhäusern massiv. 

„Wir Landkreise investieren seit Jahren Millionen in unsere Kliniken, damit Menschen überall, auch im ländlichen Raum, gut versorgt werden. Jetzt will der Bund zusätzlich acht Milliarden Euro einsparen – das ist nicht machbar und gefährdet Patienten direkt“, sagt der Präsident des Bayerischen Landkreistags, Landrat Thomas Karmasin, Fürstenfeldbruck. 

Karmasin erklärt: „Schon heute klafft die sogenannte Kostenerlös-Schere: Die Kosten für Personal, Energie und Material steigen, die Einnahmen der Kliniken wachsen kaum. Das ist der Grund, warum viele Häuser unter massivem Druck stehen. Wenn der Bund nun Tarifsteigerungen nicht mehr vollständig refinanziert, die Pflegebudgets kürzt und die Erlösentwicklung begrenzt, verschärft das die Probleme enorm“, warnt Karmasin. „Fehlende Mittel müssten dann noch stärker aus unseren eigenen Haushalten kommen – das können wir nicht leisten. Die Kosten der Bundespolitik dürfen nicht dauerhaft auf uns abgewälzt werden.“

Auch die geplante Ausweitung der Prüfungen durch den Medizinischen Dienst sei problematisch: „Unsere Kliniken rechnen korrekt ab. Mehr Prüfungen erzeugen Misstrauen und zusätzlichen Aufwand – auf Kosten der Patienten. Wenn diese Vorschläge umgesetzt werden, müssen wir Personal kürzen. Weniger Pflegekräfte heißt längere Wartezeiten, volle Notaufnahmen, schlechtere Versorgung – das ist die Realität, die jetzt droht“, so Karmasin. 

Im ländlichen Raum sichern die Landkreise Notaufnahmen, Geburtshilfe und medizinische Grundversorgung. „Gesundheitsversorgung ist ein Standortfaktor – für Bürger, Fachkräfte und Unternehmen. Wir Landkreise tun alles, damit die Versorgung funktioniert. Jetzt muss der Bund liefern“, betont Karmasin.

„Wir entwickeln neue Versorgungsformen, digitale Lösungen und regionale Netzwerke, um die Versorgung auch in abgelegenen Regionen sicherzustellen. Ein funktionierendes Krankenhauswesen muss Qualität, Wirtschaftlichkeit und regionale Besonderheiten vereinen. Wir verwehren uns keineswegs sinnvollen Reformvorschlägen, aber pauschale Kürzungen zu unseren Lasten müssen wir strikt ablehnen“, so der Präsident. 

„Eine funktionierende Gesundheitsversorgung darf nicht am Sparzwang scheitern. Wir investieren in die Menschen und ihre Sicherheit – der Bund muss jetzt seinen Teil der Verantwortung übernehmen“, schließt Karmasin.