Bayerische Landräte tagen bei EDEKA Südbayern Handels Stiftung & Co. KG - Zukunftsherausforderung Mobilität dominiert Agenda

03.07.2019: Auf Einladung des Eichstätter Landrates Anton Knapp fand die jüngste Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr des Bayerischen Landkreistags bei der EDEKA Südbayern Handels Stiftung & Co. KG statt.

Auf Einladung des Eichstätter Landrates Anton Knapp fand die jüngste Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr des Bayerischen Landkreistags bei der EDEKA Südbayern Handels Stiftung & Co. KG statt. Diese feierte vor kurzem ihr 100-jähriges Bestehen. Grund genug für Anton Knapp, seinen Kolleginnen und Kollegen aus allen bayerischen Landkreisen die Möglichkeit zu geben, sich mit der Führungsspitze über aktuelle Themenfelder und Lebensmitteltrends auszutauschen sowie das neue Verwaltungs- und Vorstandsgebäude in Gaimersheim zu besichtigen. 

Die eigentliche Sitzung des Ausschusses, der viermal im Jahr zusammen kommt, um aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklungen zu beraten, war durch den Öffentlichen Personennahverkehr dominiert. So standen unter anderem erste grundlegende Festlegungen des Bayerischen Landkreistags für den durch Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart einberufenen Zukunftsrat ÖPNV auf der Agenda. Die bayerischen Landrätinnen und Landräte erwarten sich vom jetzt eingesetzten Zukunftsrat ÖPNV ein bayernweites aufeinander abgestimmtes ÖPNV-Angebot, das mit hoher Qualität und Zuverlässigkeit auf die unterschiedlichen Bedarfe in den Städten und im ländlichen Raum Rücksicht nimmt und durch ein landesweites Tarifsystem geprägt ist. Der als Stellvertreter in den Rat entsandte Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr, Landrat Franz Löffler, ist überzeugt, dass ÖPNV und Mobilität insgesamt eine der zentralen Herausforderungen der Zukunft ist: „Das gilt nicht nur für die Ballungsräume, sondern gerade auch für die ländlichen Räume. Dabei legen wir großen Wert darauf, dass „Angebot vor Tarif“ gelten muss. Denn was hilft uns eine optimierte Tarifstruktur, wenn das Angebot nicht passt oder gar völlig unzureichend ist.“ Landrat Franz Löffler will vor allem auch erreichen, dass innovative Mobilitätsformen entwickelt werden und ein besonderes Augenmerk auf die Verknüpfung von Individualverkehr und ÖPNV gelegt wird. Das sei gerade im ländlichen Raum wichtig.

Der Zukunftsrat ÖPNV wird in seiner Arbeit auf der gemeinsamen Erklärung aufsetzen, die vom Freistaat und den Kommunalen Spitzenverbänden am 29. April 2019 im Rahmen des ÖPNV-Gipfels unterzeichnet wurde. Seine Aufgabe ist es, in den kommenden zwei Jahren als regelmäßig tagender Beirat die Entwicklung der ÖPNV-Strategie zu begleiten und über Ziele und Maßnahmen zu beraten. Die ÖPNV-Strategie soll dazu beitragen, die Systeme des ÖPNV im Sinne einer nachhaltig vernetzten Mobilität weiterzuentwickeln. 

Auf den Autobahnen in Bayern hat sich der Verkehr in den letzten 30 Jahren verdoppelt. Die Verkehrsleistung des motorisierten Personenverkehrs wird bezogen auf das Jahr 2007 bis 2025 um 22,5 % zunehmen. Auch bei der Schiene soll das Wachstum überproportional hoch ausfallen, so dass der Anteil der Personenverkehrsleistung dort von rund 8 % auf über 10 % ansteigt. Nicht nur diese eindrucksvollen Zahlen, sondern auch die Diskussion um Klimaschutz und Dieselverbot belegen, dass im Bereich der Verkehrsentwicklung akuter Handlungsbedarf besteht. Um dem zunehmenden Verkehrsbedürfnis Rechnung tragen zu können, ist eine Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) unumgänglich. Dabei sind die Herausforderungen in den einzelnen Landesteilen höchst unterschiedlich. Während in und um die Ballungsräume die Kapazitätsgrenzen erreicht sind, muss in dünn besiedelten Landkreisen ein attraktiver ÖPNV oft erst flächendeckend aufgebaut werden.

Bildunterschrift:
(V.r.n.l.): Landrat Franz Löffler, Landkreis Cham, Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr, Landrat Gerhard Wägemann, Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, Claus Hollinger, Geschäftsführender Vorstand der EDEKA Südbayern Handels Stiftung & Co. KG, Landrat Josef Laumer, Landkreis Straubing-Bogen, Landrat Anton Knapp, Landkreis Eichstätt, Landrat Wilhelm Schneider, Landkreis Haßberge, Landrat Heinrich Trapp, Landkreis Dingolfing-Landau, Landrat Eberhard Nuß, Landkreis Würzburg, Landrat Hans-Joachim Weirather, Landkreis Unterallgäu, Landrat Georg Grabner, Landkreis Berchtesgadener Land, Landrat Wolfgang Lippert, Landkreis Tirschenreuth, Landrat Karl Roth, Landkreis Starnberg, Peter Görlich, Referent beim Bayerischen Landkreistag, Dr. Oliver Bär, Landkreis Hof