Vizepräsident Landrat Herbert Eckstein, Roth, auf der Internationalen Handwerksmesse - „Landkreise und Handwerk: gemeinsam für die Zukunft der ländlichen Räume“

13.03.2018: Landrat Herbert Eckstein, Zweiter Vizepräsident und Schatzmeister beim Bayerischen Landkreistag, hat im Rahmen der Fachtagung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) mit dem Titel „Ländliche Räume in Deutschland – Zukunftsräume: Arbeit, Ausbildung, Infrastruktur, Nahversorgung“ in einer Podiumsdiskussion die gemeinsamen Herausforderungen von Landkreisen und Handwerk herausgestellt.

Landrat Herbert Eckstein, Zweiter Vizepräsident und Schatzmeister beim Bayerischen Landkreistag, hat im Rahmen der Fachtagung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) mit dem Titel „Ländliche Räume in Deutschland – Zukunftsräume: Arbeit, Ausbildung, Infrastruktur, Nahversorgung“ in einer Podiumsdiskussion die gemeinsamen Herausforderungen von Landkreisen und Handwerk herausgestellt. An dem Austausch zum Thema „Wie sichern wir die Perspektiven für ländliche Räume“ nahmen neben Landrat Herbert Eckstein auch Bernhard Krüsken, der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Daniela Schmitt, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz, und Gerhard Schenk, Präsident des Deutschen Konditorenbundes und Beauftragter des ZDH-Präsidiums für ländliche Räume, teil. 

Die Diskussion fand im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse in München statt. Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass handwerkliche Betriebe in großer Vielfalt die Wirtschaft des ländlichen Raums prägen und zu gesicherten Versorgungsstrukturen und dem gesellschaftlichen Leben in Dörfern und Kleinstädten maßgeblich beitragen. Das Handwerk sieht sich bei der Stabilisierung von ländlichen Räumen in der Verantwortung, regionale Wertschöpfungsketten aufzubauen und die Nutzung und Verarbeitung regionaler Erzeugnisse zu unterstützen. Um die Zukunft der Betriebe zu sichern und um die Lebensqualität und Wirtschaftskraft ländlicher Regionen insgesamt zu erhalten, müssen aus Sicht des Handwerks bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, allen voran die Anbindung an hochleistungsfähige Breitbandinfrastrukturen. 

Diesen Faden nahm Landrat Herbert Eckstein gerne auf. Eine intakte Wirtschaft vor Ort sei entscheidend, damit es insgesamt vorwärts gehe. Die Kommunen hätten dann die finanziell größten Spielräume für ihre Aufgaben, wenn die Wirtschaft wachse. Die Vertreterinnen und Vertreter der 71 bayerischen Landkreise setzten sich deswegen täglich mit der Verbesserung bestehender Rahmenbedingungen vor Ort auseinander. Dabei gehe es nicht nur um Industrieriesen, sondern vor allem um die vielen kleineren und mittleren Betriebe, die alle hinter den Erfolgszahlen des Freistaates stünden. Der Bayerische Landkreistag trete seit jeher für eine leistungsfähige Infrastruktur der Kommunen ein. Dazu gehöre eine leistungsfähige Breitbandversorgung ebenso wie die Möglichkeit eines lückenlosen Mobilfunks. Bildung sei genauso ein Megathema wie die Mobilität der Zukunft oder eine grundlegende medizinische Versorgung und Pflege. „Im Bereich Breitband müssen wir noch zulegen. Heute hinkt die Breitbandversorgung im ländlichen Raum der Versorgung in den Städten immer noch hinterher. Bund und Länder müssen mehr Geld in die Hand nehmen. Worten und Koalitionsvereinbarungen müssen Taten folgen. Die Förderprogramme müssen flexibler werden und eine unbürokratische Handhabung ermöglichen. Wir brauchen eine verlässliche und kontinuierliche Förderung, auch um Überhitzungen und Kostenexplosionen zu vermeiden. Schon heute fehlt es oft an Kapazitäten und Fachkräften, die Programme schneller umzusetzen. Vectoring löst die Zukunftsanforderungen nicht. Wir reden von 5 G. Bei der beruflichen Bildung gilt es der Schrumpfung der Ausbildungsstandorte entgegenzuwirken und auch kleinere Klassen mit regionalem Einzugsbereich (dezentralere Sprengelbildung) zu ermöglichen oder andere Visionen zu entwickeln, die Bildung zu den zukünftigen Handwerkern zu bringen. Berufsschulen vor Ort machen Handwerksberufe attraktiver. Auch ist der Weg aus den Städten in die Landkreisschulen nicht weiter wie der Weg aus dem Land in die Stadt“, so der Zweite Vizepräsident des Bayerischen Landkreistags. 

Von den eine Million Betrieben des Handwerks sind weit mehr als die Hälfte in ländlichen Regionen angesiedelt. Als Familienunternehmen sind sie häufig seit Generationen in ihren Regionen verwurzelt. Ein vitales und wirtschaftlich erfolgreiches Handwerk trägt entscheidend dazu bei, ländliche Räume als lebenswerte Zukunfts- und Arbeitsräume zu stabilisieren.

Bildunterschrift 
V.l.n.r.: Bernhard Krüsken, Daniela Schmitt, Gerhard Schenk, Landrat Herbert Eckstein und Moderatorin Petra Bindl