Fahrradfreundliche Kommunen setzen beim Radverkehr auf schnelle Wege und staatliche Unterstützung

25.02.2015: Austausch von Landräten und Vertretern der AGFK-Kommunen mit Innenminister Herrmann auf der Messe f.re.e

Über 50 Landräte, Bürgermeister und kommunale Vertreter aus der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen e.V. (AGFK) haben sich auf der Freizeitmesse f.re.e in München mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ausgetauscht. Der Fürther Landrat Matthias Dießl, seit Dezember im Führungsgremiums der derzeit 41 AGFK-Kommunen unter Vorsitz von Marlene Wüstner, Referentin für Recht und Bürgerservice der Stadt Erlangen, stellte dabei die zentralen Anliegen der Kommunen vor: "Für uns ist der Ausbau der Radwege an Kreisstraßen  - mit entsprechend nutzerfreundlicher Beschilderung - besonders wichtig. Auch beim Bau von Radschnellwegen brauchen wir eine enge staatliche Begleitung."

Auf der Agenda der AGFK für 2015 stehen neben der Förderung der Radschnellwege ein bayerischer Radverkehrsplan, Fahrradstationen an Bahnhöfen und ein Fahrradleasing-Modell für den Öffentlichen Dienst auf der Agenda. Matthias Dießl ergänzte, dass die Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" ebenfalls von der AGFK unterstützt wird. Neben den Vertretern der Kommunen beteiligte sich auch Dr. Maria Wellan vom Bayerischen Landkreistag am Gedankenaustausch mit Innenminister Joachim Herrmann. "Der Radverkehr ist Teil eines modernen Verkehrssystems und nimmt daher für den Bayerischen Landkreistag  einen hohen Stellenwert ein", erklärte sie.

Der Bayerische Landkreistag sieht im Radverkehr Potenzial nicht nur für Umwelt, Tourismus und Lebensqualität in den Landkreisen, Städten und Gemeinden, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Radwege nehmen im Bundesdurchschnitt verglichen mit allen Verkehrsmitteln am stärksten zu. Hier sieht Dr. Maria Wellan gerade mit Blick auf die Pedelecs, die auf längeren Strecken zum Einsatz kommen können, noch erhebliches Potenzial. Fahrradverkehr zu fördern, sei generell eine gemeinschaftliche Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen. Der Landkreistag tritt dafür ein, hierfür vermehrt Kompensationsmittel, die der Bund den Ländern auch zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse zur Verfügung stellt, einzusetzen. "Das wäre ein noch stärkerer Anreiz für unsere Landkreise, neue Radwege zu bauen und bestehende auszubauen", so Dr. Maria Wellan.