Landräte tauschen sich mit Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz über Dritten Nationalpark aus

24.01.2017: In ihrer jüngsten Sitzung hatten die dem Ausschuss für Landesentwicklung und Umwelt beim Bayerischen Landkreistag zugehörigen Damen und Herren Landräte die Gelegenheit, sich mit dem Leiter des Referats für Naturschutzrecht im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, Leitender Ministerialrat Lorenz Sanktjohanser, über den Dritten Nationalpark im Freistaat auszutauschen.

In ihrer jüngsten Sitzung hatten die dem Ausschuss für Landesentwicklung und Umwelt beim Bayerischen Landkreistag zugehörigen Damen und Herren Landräte die Gelegenheit, sich mit dem Leiter des Referats für Naturschutzrecht im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, Leitender Ministerialrat Lorenz Sanktjohanser, über den Dritten Nationalpark im Freistaat auszutauschen. Sanktjohanser stellte das Angebot an die Regionen, gemeinsam mit dem Ministerium das geplante Zukunftskonzept zu gestalten, in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. „Die Bürger und die Betroffenen vor Ort müssen ebenso wie die Kommunalpolitik gemeinsam für dieses Projekt begeistert werden“, so der Leitende Ministerialrat. 

Der Dritte Nationalpark in Bayern wurde Mitte 2016 unter großem medialem Interesse mit einem politischen Paukenschlag in die Welt gebracht. Sanktjohanser betonte das zentrale Anliegen der Staatsregierung, den Nationalpark in einem umfänglichen Dialogprozess gemeinsam mit der Region zu entwickeln. Der Beschluss der Staatsregierung stünde für ein starkes naturschutzpolitisches Signal und ein klares Bekenntnis zu den Schutzgebieten. 

Mit dem Bayerischen Wald war der Freistaat schon 1970 das erste Bundesland, das einen Nationalpark gründete. 1978 kam Berchtesgaden im hochalpinen Bereich hinzu. Insgesamt gibt es 16 Nationalparks in Deutschland. Dort soll sich die Natur ungestört entwickeln können ohne den Menschen auszusperren. Seit ihrer Gründung sind 450 Millionen Euro seitens der Bayerischen Staatsregierung in die beiden Nationalparke geflossen. 

Die erste von vier Phasen auf dem Weg zum Dritten Bayerischen Nationalpark ist bereits umgesetzt. Nach der Ende 2016 abgeschlossenen Identifizierung geeigneter Gebiete befinden sich die Beteiligten derzeit in der Phase der Interessensbekundung. Der Dialog mit geeigneten Kandidaten beginnt also. Aktuell sind die politischen Vertreter in Rhön und Main-Spessart im Fokus des Ministeriums. Selbst die Ministerin für Umwelt und Verbraucherschutz selbst führt vor Ort Gespräche. Phase drei ist dann der Dialog- und Entwicklungsprozess gemeinsam mit der Region und Phase vier das förmliche Ausweisungsverfahren. 

Die Mitglieder des Ausschusses waren sich mit dem Vertreter des Ministeriums einig, dass der Dritte Nationalpark nur dann erfolgreich etabliert werden kann, wenn alle Betroffenen mitgenommen werden. „Wir sind gespannt, wie die Mitwirkung tatsächlich ablaufen wird. Finanzielle Fragen sind nur die eine Seite des Projektes. Der emotionale Teil derjenigen, die vor Ort betroffen sind, darf nicht vernachlässigt werden. Die Leute vor Ort müssen in den Mittelpunkt aller Bestrebungen“, so der Vorsitzende des Ausschusses für Landesentwicklung und Umwelt, Landrat Georg Huber (Mühldorf a. Inn). 

Bildunterschrift (von links nach rechts):
Landrat Georg Huber (Mühldorf a. Inn), Astrid Müller-Ettrich, Referentin für Kinder- und Jugendhilfe, Bauen und Umwelt, beim Bayerischen Landkreistag, Leitender Ministerialrat Lorenz Sanktjohanser, Leiter des Referats für Naturschutzrecht im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, Dr. Johann Keller, Geschäftsführer des Bayerischen Landkreistags