Fachkräftesicherung in den ländlichen Räumen und Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt; Die Landkreisversammlung 2016 steht unter dem Motto: „Landkreise und Wirtschaft – Herausforderungen und Perspektiven“

01.06.2016: Die Landkreise arbeiten eng und partnerschaftlich mit der Wirtschaft zusammen mit der gemeinsamen Zielsetzung, die regionale Anziehungskraft für talentierte und engagierte Menschen zu stärken, Fachkräfte zu halten und Fachkräfte zu gewinnen. Über dieses Thema werden am 7. und 8. Juni 2016 in Bad Kissingen Landrätinnen und Landräte sowie Vertreter aus 71 Landkreisen und Ehrengäste beraten.

Die Landkreise arbeiten eng und partnerschaftlich mit der Wirtschaft zusammen mit der gemeinsamen Zielsetzung, die regionale Anziehungskraft für talentierte und engagierte Menschen zu stärken, Fachkräfte zu halten und Fachkräfte zu gewinnen. Über dieses Thema werden am 7. und 8. Juni 2016 in Bad Kissingen Landrätinnen und Landräte sowie Vertreter aus 71 Landkreisen und Ehrengäste aus Wirtschaft und Politik intensiv beraten. 

Neben der Beleuchtung der Wirtschaftsperspektiven und der Sicherung der Lebensqualität im ländlichen Raum geht es auch um die große Herausforderung, Asylsuchende und Flüchtlinge mit Bleiberecht zu integrieren. „An vorderster Stelle stehen dabei die Vermittlung ausreichender Deutschkenntnisse, um die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu verbessern und Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu eröffnen“, so der Präsident des Bayerischen Landkreistags, Landrat Christian Bernreiter. „Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Flüchtlinge häufig handwerklich geschickt sind, deren berufliche Erfahrungen aber nicht unseren Standards entsprechen. Hier müssen Staat, Wirtschaft und Kommunen gemeinsam durch spezielle Sprach- und Berufsbildungsmaßnahmen die Qualifizierung dieser Gruppe voranbringen, um sie schnellstmöglich in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, fordert Präsident Bernreiter. 

Die Landkreisversammlung befasst sich u. a. mit dem Thema, inwieweit auch Flüchtlinge und Asylsuchende zur Linderung des Fachkräftemangels beitragen können. Schon heute weisen aktuelle Studien darauf hin, dass lediglich zehn Prozent dieser Menschen kurzfristig eine Arbeit beginnen bzw. einen Ausbildungsplatz antreten können. Die Gründe hierfür sind klar zu benennen: Als größte Hürde für den Eintritt in den hiesigen Arbeitsmarkt haben sich fehlende Sprachkenntnisse gezeigt. Daher haben in den vergangenen Monaten die Bundesagentur für Arbeit und der Freistaat Bayern gemeinsam mit der Wirtschaft viel auf den Weg gebracht. 

„Nach der erfolgreichen Bewältigung der Unterbringungsaufgabe für die große Zahl von Flüchtlingen müssen sich die Landkreise nun wieder verstärkt ihren originären Aufgaben widmen. Dazu zählt die Sicherung und Stärkung des ländlichen Raums als Wirtschaftsstandort, als attraktiver Lebensraum, als Heimat mit guter Zukunftsperspektive“, fordert Präsident Bernreiter. Für die Wirtschaft heißt dies Erhalt und Ausbau der Arbeitsplätze und damit auch Bewältigung des Fachkräftemangels. Die Landkreise unternehmen umfangreiche Anstrengungen (z. B. Standortwerbung, Willkommensplattform und den Einsatz von Bildungskoordinatoren), um den ländlichen Raum attraktiv zu gestalten und die Netzwerke der Regionalinitiativen zu bündeln. Entscheidend für die Landkreise ist es, die schulische, medizinische und Pflegeversorgung zu stärken und den Ausbau und die Instandhaltung von Schienen, Straßen, Breitband und die Netzabdeckung im Telekommunikationsbereich voranzubringen. In diesem Zusammenhang ist es von großer Bedeutung, die wirtschaftlichen Potenziale in den Landkreisen zur Entfaltung zu bringen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze zu befördern. 

Darüber hinaus ist der Fachkräftemangel nicht nur ein Problem der Wirtschaft, sondern betrifft auch die Personalgewinnung an den Landratsämtern. Mit einem neuen Stellenportal setzen die Landkreise ein in der öffentlichen Verwaltung in Bayern bislang einmaliges Zeichen, um den Wettbewerb um die Besten erfolgreich zu gestalten. 

Weitere Experten werden im öffentlichen Teil der Landkreisversammlung die komplexe Fragestellung der Tagung beleuchten. Allen voran Frau Staatsministerin Ilse Aigner, Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, die den Beitrag des Freistaats Bayern, seine Konzepte und Ideen für eine starke Wirtschaft im ländlichen Raum vorstellen wird. Zukunftsforscher Professor Dr. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher, Universität Ulm, wird den Kontext zu Stabilität, Wohlstand und gesellschaftlichem Zusammenhalt in Europa herstellen. Über die Angebote und Leistungen der bayerischen Wirtschaft, um die Chancen für Flüchtlinge am Arbeitsmarkt zu verbessern, informiert der Hauptgeschäftsführer der vbw,
Bertram Brossardt
. Ein neuer Ansatz zur Standortsicherung durch die Kreativwirtschaft von Dr. Silke Claus, Geschäftsführerin bayern design GmbH, beschließt das Tagungsprogramm, bevor Präsident Christian Bernreiter am Mittwoch, 8. Juni 2016, bei einer Pressekonferenz vor Ort in Bad Kissingen über die Ergebnisse der Landkreisversammlung berichtet.