Krankenhäuser in der Existenzkrise - Appell der bayerischen Landräte an Bundesgesundheitsminister Lauterbach

26.09.2022: Der Ausschuss für Gesundheit und Soziales beim Bayerischen Landkreistag hat in seiner heutigen Sitzung einen einstimmigen Appell an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach gerichtet.

Der Ausschuss für Gesundheit und Soziales beim Bayerischen Landkreistag hat in seiner heutigen Sitzung einen einstimmigen Appell an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach gerichtet: „Die Situation unserer Krankenhäuser ist dramatisch. Die monatelange Belastung durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Erlösausfälle sowie die durch den Ukraine-Krieg drastisch gestiegenen Energiekosten und die durch die Inflation erheblich verteuerten Waren und Dienstleistungen bringen uns in existenzielle Nöte. Viele unserer Häuser kommen an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Wir benötigen eine schnelle und finanziell solide Unterstützung durch den Bund für die Aufrechterhaltung der medizinischen Grund- und Regelversorgung“, so der Vorsitzende des Ausschusses, Landrat Thomas Eichinger, Landsberg am Lech. 

In den zurückliegenden Wochen haben sich viele Landrätinnen und Landräte mit entsprechenden Aufrufen an ihre Wahlkreis-Abgeordneten im Bundestag gewandt. In der Folge hat Bundesgesundheitsminister Lauterbach nach Medienberichten signalisiert, die Kliniken aufgrund ihrer schwierigen Situation nicht im Stich lassen zu wollen. „Aus Signalen müssen nun Taten folgen. Unsere Häuser in der Fläche werden gebraucht, um die medizinische Grund- und Regelversorgung der Bevölkerung gewährleisten zu können. Über Jahre hinweg standen wir unter anderem wegen einer fehlenden auskömmlichen Bundes-Finanzierung unserer Betriebs- und Investitionskosten vor immensen Problemen, die wir durch kommunale Gelder gestemmt haben. Zu Recht, wie die Rolle unserer Häuser zur Bewältigung der Corona-Pandemie gezeigt hat. Jetzt sind wir durch die Finanzierungsnot, steigende Energiekosten und den Fachkräftemangel in einer prekären Lage, die unmittelbare Hilfe durch den Bundesgesundheitsminister braucht. Flankiert werden muss das aber auch von ausreichenden Investitionsmitteln und einer weiterentwickelten Krankenhausplanung durch den Freistaat Bayern. Die Träger benötigen sowohl Geld als auch Unterstützung bei der Gründung und Entwicklung von Kooperationen und Verbünden“, so Eichinger weiter. 

In der Sitzung des Ausschusses war auch der Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, Roland Engehausen, Gast. Gemeinsam mit anderen Landeskrankenhausgesellschaften hat er jüngst die Kampagne „Alarmstufe Rot“ gestartet.