Bayerischer Landkreistag in Veitshöchheim - Für zukunftsfähigen ÖPNV zählen Angebote und Tarife

09.05.2019: Im Mittelpunkt der diesjährigen Landkreisversammlung des Bayerischen Landkreistags stand das Thema Fachkräftesicherung. Für die bayerischen Landrätinnen und Landräte geht es dabei in erster Linie um überzeugende Standortbedingungen. Zu diesen zählt insbesondere auch ein leistungsstarker ÖPNV. Die Voraussetzungen für dessen zukunftsfähige Ausrichtung wurden deswegen intensiv diskutiert.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Landkreisversammlung des Bayerischen Landkreistags stand das Thema Fachkräftesicherung. Für die bayerischen Landrätinnen und Landräte geht es dabei in erster Linie um überzeugende Standortbedingungen. Zu diesen zählt insbesondere auch ein leistungsstarker ÖPNV. Die Voraussetzungen für dessen zukunftsfähige Ausrichtung wurden deswegen intensiv diskutiert. 

Einig waren sich alle darin, dass man die Angebote ausbauen und über die Tarife sprechen muss. „Wir müssen erst unsere eigentlichen Probleme im ÖPNV lösen, sonst hilft auch eine Flatrate nichts“, so der Präsident des Bayerischen Landkreistags, Landrat Christian Bernreiter. Das betrifft ganz Bayern, wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten. In vielen bayerischen Landkreisen wird bereits heute mittels flexibler Angebote wie Rufbussen auf den Wunsch der Bevölkerung nach mehr ÖPNV reagiert. Eine Verstetigung und der weitere Ausbau dieser Angebote ist ein wichtiger Schritt zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land. 

Voraussetzung sind passgenaue Förderkriterien. Während für Landkreise im ländlichen Raum flexible Bedienformen unerlässlich sind, müssen in Landkreisen rund um die großen Städte die Kapazitäten dringend ausgebaut werden. Die Ausgangsbedingungen sind aufgrund der unterschiedlichen Fahrgastzahlen und Verkehrsbelastungen nicht vergleichbar. Anders als in den großen Städten ist es im ländlichen Raum schwierig, klassische Linienverkehre wie in der Stadt eigenwirtschaftlich zu betreiben. Deswegen müssen im ländlichen Raum alternative Beförderungsmodelle dauerhaft gefördert werden, um flächendeckende attraktive Mobilitätsangebote vorhalten zu können. Alternative Bedienformen werden bislang über die Betriebskostenzuschüsse aber zeitlich nur begrenzt gefördert. Das heißt, dass der Zuschuss nach Ablauf einer fünfjährigen Einführungsphase und einer höchstens dreijährigen Anschlussförderung eingestellt wird. 

Landkreise rund um die großen Städte dürfen aber ebenso nicht übersehen werden. Hier bricht der ÖPNV teilweise zusammen, weil die Kapazitäten längst nicht mehr der realen Nachfrage entsprechen. Die Vielzahl an Menschen kann nicht mehr adäquat transportiert werden. Die bayerischen Landrätinnen und Landräte wollen deswegen gemeinsam mit der Bayerischen Staatsregierung Wege für einen flächendeckend überzeugenden ÖPNV finden. „Schließlich hilft der beste Arbeitsplatz oder die beste Fachkraft nichts, wenn sie nicht zum Arbeitsplatz kommt. Wir müssen die eigentlichen Probleme im ÖPNV lösen und sind bereit dazu, uns in die Themen einzubringen“, so Bernreiter.  

„Am Ende muss ein bayernweit aufeinander abgestimmtes ÖPNV-Angebot stehen, das mit hoher Qualität und Zuverlässigkeit auf die unterschiedlichen Bedarfe Rücksicht nimmt und durch ein bayernweites Tarifsystem geprägt ist. Nicht zuletzt im Interesse unserer natürlichen Lebensgrundlagen muss der ÖPNV zu einer attraktiven Alternative für den Individualverkehr entwickelt werden“, sagte Bernreiter.