Bernreiter fordert gleiche Impfchancen in ganz Bayern; Impfgipfel auf Bundesebene bringt keine Lösung für aktuelle Ungleichgewichte

28.05.2021: Enttäuscht zeigte sich der Präsident des Bayerischen Landkreistags, Landrat Christian Bernreiter, Deggendorf, vom Ergebnis des gestrigen Impfgipfels.

Enttäuscht zeigte sich der Präsident des Bayerischen Landkreistags, Landrat Christian Bernreiter, Deggendorf, vom Ergebnis des gestrigen Impfgipfels. Seit Wochen mahnt er an, dass die Menschen in allen Regionen Bayerns – ländliche Räume wie große Städte – die gleichen Chancen haben müssen, ihrer Priorität und Vulnerabilität entsprechend gegen Corona geimpft werden zu können. Diese Chancengleichheit ist aus den Fugen geraten seit neben den Impfzentren auf der Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte auch in den Arztpraxen geimpft wird. Ursache dafür ist der Verteilungsmodus für den noch immer nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehenden Impfstoff. Die Impfzentren erhalten – von Einzelaktionen abgesehen – ihre Mengen in Abhängigkeit von der Bevölkerung des Landkreises. Das sichert eine gleichmäßige Verteilung in ganz Bayern. Die Ärzteschaft hingegen wird nach der Zahl der an der Impfaktion teilnehmenden Ärzte mit Kassenzulassung zu gleichen Teilen beliefert. Dies führt schon systembedingt zu Ungleichgewichten, weil sich sowohl die Ärztedichte in den 71 Landkreisen als auch die Bereitschaft der Ärzte, sich an der Impfaktion zu beteiligen, deutlich unterscheidet. Kein Wunder also, dass in einem Landkreis erst Impfungen von knapp 10 % der Bevölkerung und anderswo von rund 30 % der dortigen Bevölkerung von der Ärzteschaft verabreicht worden sind. 

Bernreiter: „Das führt zu einer Zweiklassengesellschaft, die ich aus Gründen meines Gerechtigkeitsempfindens nicht hinzunehmen bereit bin. Ich hätte erwartet, dass sich der Impfgipfel erst mal damit beschäftigt hätte, bevor er Hoffnungen für weitere Bevölkerungsgruppen auf eine schnelle Impfung weckt, die bei dem knappen Angebot an Impfstoff ohnehin nicht zu erfüllen sind. Ich fordere deshalb eine Umverteilung des Impfstoffs zu den Impfzentren, die der stabile Anker der ganzen Impfaktion sind. Seit Beginn im Dezember 2020 sind rund 7,5 Mio. Impfdosen verabreicht worden, davon 5,3 Mio. in Impfzentren und 2,2 Mio. in Arztpraxen. Wird nur der Zeitraum betrachtet, seit Ärzte ebenfalls impfen (seit 1.4.2021), waren es ca. 5,2 Mio. Impfdosen, davon 3 Mio. in den Impfzentren und 2,2 Mio. in den Arztpraxen. Der zurzeit für die Impfzentren vorgesehene Impfstoff wird nahezu ausschließlich für Zweitimpfungen benötigt.“