Ausstellung der Bayerischen Verwaltungsschule im Haus der bayerischen Landkreise in München - 100 Jahre aus der Praxis für die Praxis

Am 14. Juli wurde unter Corona-angepassten Rahmenbedingungen die Ausstellung der Bayerischen Verwaltungsschule anlässlich ihres 100. Geburtstages im Haus der bayerischen Landkreise in München veröffentlicht. Die Würdigungen der enormen Leistungen, die der BVS für den Öffentlichen Dienst zuzuschreiben sind, können pandemiebedingt nicht so ausfallen, wie es dieser großartigen Institution angemessen wäre. Aber die BVS wäre nicht die BVS, wenn sie nicht Mittel und Wege gefunden hätte, um ihr Jubiläum dennoch mit einem Ausrufezeichen zu versehen und so ihre Botschaft weiterzuverbreiten.  

100 Jahre Bildungsdienstleister und Wissenszentrale
 
Ein ganzes Jahrhundert ist die Bayerische Verwaltungsschule bereits Bildungsdienstleister für den Öffentlichen Dienst in Bayern. Sie wurde in einer Zeit gegründet, in der das Land am Wanken war und in der die Menschen kurz nach dem Ersten Weltkrieg mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert waren. Der noch verheerendere Zweite Weltkrieg und viele weitere Katastrophen mussten im Verlauf von 100 Jahren bewältigt werden. Aber ganz egal wie schwierig die äußeren Entwicklungen oder auch jene innerhalb der Institution waren, die Wissenszentrale für den gesamten Öffentlichen Dienst in Bayern hat jeder Herausforderung getrotzt. Krisenbewältigung ist sozusagen die Kernkompetenz der BVS, auch wenn das niemand auf den ersten Blick vermuten würde.  

Zeitreise in die Vergangenheit im Haus der bayerischen Landkreise

In der neuen Ausstellung, die im Haus der bayerischen Landkreise in München gezeigt wird, ist das deutlich. Drei Historiker haben 500 Dokumente in fünf verschiedenen Archiven verteilt über ganz Bayern ausgewertet. Außerdem wurden noch zwei Zeitzeugen befragt. So entstand eine spannende Schau über die Geschichte der Bayerischen Verwaltungsschule. Dr. Max Schlenker, Historiker H&C Stader, dazu: „Bei den beiden Weltkriegen gab es unheimlich viel Leid und Tote. Das ist auch alles richtig. Über was weniger gesprochen wird, dass es nach dem Zweiten Weltkrieg auch unheimlich viele Versehrte gab. 1,5 Millionen Menschen, die irgendwie wieder eingegliedert werden mussten. Die BVS hat sowohl nach dem Ersten als auch nach dem Zweiten Weltkrieg Versehrten-Lehrgänge angeboten. Damit hat sie einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass diese Menschen wieder zurück ins Leben fanden. Die individuellen Schicksale sind durch die Ausstellung nachempfindbar.“ 

Auch die Veranstaltungen des Bayerischen Landkreistags sind von den Auswirkungen der Corona-Pandemie massiv betroffen. Im Foyer des Verbandssitzes, dem sogenannten Schaufenster der bayerischen Landkreise, herrscht sonst dichtes Gedränge. Nun musste im ganz kleinen Rahmen die lange im Voraus geplante Ausstellung eröffnet werden. Während Ehrengäste und Öffentlichkeit aufgrund der nicht einhaltbaren Mindestabstände nicht zur Teilnahme zugelassen werden konnten, ließen es sich die Vertreter der Kommunalen Spitzenverbände nicht nehmen, Monika Weinl, Vorstand, und Roswitha Pfeiffer, Stellvertreterin des Vorstands, selbst zu gratulieren. 

Stimmen zum 100. Geburtstag 

Landkreistagspräsident Christian Bernreiter, Landrat in Deggendorf: „Die Ausbildung an der Bayerischen Verwaltungsschule ist für uns als Landkreise in unseren Landratsämtern sehr, sehr wichtig.“ 

Landrätin Tamara Bischof (Kitzingen), 3. Vizepräsidentin des Bayerischen Landkreistags: „Wir sehen in der Pandemie, alles schreit nach dem Öffentlichen Dienst. Statt mach dies, mach jenes. Ohne Personal kann der Staat mit den besten Ideen gar nichts machen. Deswegen ist es gut und richtig, dass es die BVS gibt. Ich wünsche ihnen für die nächsten 100 Jahre, dass sich viele Menschen für den Öffentlichen Dienst begeistern.“ 

Dr. Johann Keller, Geschäftsführendes Präsidialmitglied beim Bayerischen Landkreistag: „Ich freue mich, dass wir als Bayerischer Landkreistag die 100 Jahre der Bayerischen Verwaltungsschule hier mit einer Ausstellung begleiten. Wir Landkreise sind wichtige Partner. Wir sind angewiesen auf die BVS, dass sie unsere Mitarbeiter schult. Das ist eine außerordentlich segensreiche Tätigkeit.“ 

Dr. Juliane Thimet, Stellvertreterin des Geschäftsführenden Präsidialmitglieds, Bayerischer Gemeindetag: „Wir haben das Riesenthema Klimawandel. Und wir haben Nachwuchssorgen. Bei der BVS ist es tatsächlich so, dass die Ausbildungszahlen massiv steigen. Dazu kann man nur gratulieren!“ 

Dr. Jürgen Busse, Bayerische Akademie für Verwaltungs-Management: „Worauf wir stolz sind, ist, dass wir die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Staates und der kommunalen Verwaltungen stets ausbilden können. Dass sie auch in solchen schwierigen Zeiten wie bei Corona, aber auch bei den Themen Flüchtingskrise oder auch Wiedervereinigung ihre Frau oder ihren Mann stehen können.“ 

Roswitha Pfeiffer, Stellvertreterin des Vorstands der Bayerischen Verwaltungsschule: „Wir haben einen ganz modernen und angenehmen jungen Arbeitgeber, der ganz viele tolle Mitarbeiter hat. Ich bin stolz für die Verwaltungsschule zu arbeiten. Dafür möchte ich mich bedanken und ich bedanke mich bei allen Mitarbeitern der BVS für den super Job, den sie machen.“ 

Aus der Praxis für die Praxis 

Wer zukunftsfähige berufliche Perspektiven sucht, der geht in den Öffentlichen Dienst. Für diejenigen, die heute schon für Staat und Kommunen arbeiten, ist das längst kein Geheimnis mehr. Das Aufgabenspektrum ist vielfältig und man macht jeden Tag etwas, was direkten Einfluss auf das Leben der Bürger hat. Karrieren können sogar in erfolgreichen Wahlen als Bürgermeister, Landräte, Landtagsabgeordnete und vieles mehr münden. 

Wer sich für den Öffentlichen Dienst entscheidet, der muss viel können und immer auf dem neuesten Stand der Zeit sein. Genau dafür sorgt die Bayerische Verwaltungsschule seit 100 Jahren. Träger sind der Freistaat Bayern, die Gemeinden, Landkreise und Bezirke Bayerns. Praxisgerechtes Wissen und Können ist die Maxime der BVS. Den Unterricht halten neben zwanzig hauptamtlichen Dozenten rund 1.300 nebenamtliche Dozenten aus ganz Bayern, die selber im Öffentlichen Dienst tätig sind. „Aus der Praxis für die Praxis lautet unser Motto“, erklärt BVS-Vorstand Monika Weinl: „Unsere Dozenten vermitteln ihre eigenen praktischen Erfahrungen aus ihrem Arbeitsbereich. Sie kennen aktuelle Themen und Anforderungen und können sich daher gut in die Lernenden einfühlen. Und die wiederum profitieren von den erfahrenen Kollegen.“  

Die Ausbildungs- und Fortbildungsangebote an der Bayerischen Verwaltungsschule sind vielfältig. Verwaltung, Umwelt und Technik, Bäder, Gesundheitsmanagement und vieles mehr – wer spannende berufliche Perspektiven im Öffentlichen Dienst für sich eröffnen will, findet dort die nötigen Grundlagen dafür. Auch wer seine „Soft Skills“ in der Personalführung, im Kommunikationsmanagement oder in der interkulturellen Zusammenarbeit stärken will, ist bei der BVS richtig aufgehoben. 

Jedes Jahr beginnen etwa 3.000 neue Kollegen ihre Ausbildung. 33.000 Kollegen nehmen an 2.300 Seminaren zu allen erdenklichen aktuellen Themen teil. Für den Erfahrungsaustausch untereinander ist gesorgt: In mehrtägigen Seminaren besteht die Gelegenheit dazu. Die BVS organisiert jährlich um die 170.000 Übernachtungen in eigenen Bildungszentren und bei örtlichen Partnern. 

(Auch digitaler) Möglichmacher 

Ursprünglich geplant war das Jubiläum als eine ganzjährige Bühne auf den Marktplätzen, Schulen und Straßen Bayerns, die den Blick auf die Angebote der Bayerischen Verwaltungsschule und den gesamten Öffentlichen Dienst niederschwellig möglich gemacht hatte. Die Ausstellung im Haus der bayerischen Landkreise ist nur eines von vielen Puzzleteilen. Insbesondere in eine eigene Roadshow mit dem eigens dafür entwickelten BVS-Truck hatten die Mitarbeiter der Bayerischen Verwaltungsschule besonderes Herzblut gesteckt. Diese und viele weitere Aktivitäten wurden coronabedingt aber kurzerhand ins Internet verlegt. „Corona hat uns gelehrt,dass man sehr vieles auf digitalem Weg machen kann und da dachten wir, das können wir auch“, so BVS-Vorstand Monika Weinl. Wie bei der ursprünglich geplanten Roadshow auch, zeigt die BVS jetzt digital, was der Öffentliche Dienst zu bieten hat. Zum digitalen Rahmenprogramm zählen Bilder, Interviews, Podcasts, Videos u.v.m. Darin werden Berufsbilder des Öffentlichen Dienstes vorgestellt, aktuelle und seit 100 Jahren die Menschen bewegende Fragestellungen aufgegriffen. 

Zu sehen ist die Ausstellung wie weitere Projekte der Bayerischen Verwaltungsschule online unter www.100jahre-bvs.de. 

Zudem ist auch eine Vor-Ort-Besichtigung während der Öffnungszeiten des Hauses der bayerischen Landkreise (Kardinal-Döpfner-Straße 8, 80333 München) von Montag bis Donnerstag von 9.00 bis 12.00 Uhr sowie von 14.00 bis 16.00 Uhr und am Freitag von 9.00 bis 12.00 Uhr möglich. Um telefonische Voranmeldung unter 089/286615-0 oder per E-Mail an info@bay-landkreistag.de wird gebeten.